Umzug

Szenenwechsel als Geburtstagsgeschenk

Die Schreiberin wünscht sich für den Start in ihres 50. Lebensjahre einen Szenenwechsel und fliegt zur sprunghaften Vergrösserung ihres Ökofootpints mit den Kindern in die zwischenzeitlich doch recht vermissten heimatlichen Gefilde. Mittelland-Winter erwartet sie da, schneemager und neblig, dafür mit zentralgeheitztem Familienanschluss, vielen Erinnerungen und Möglichkeiten der Neubegegnung.

Der Estrich wird durchforstet und ohne lange Suche taucht auch schon der Schmuck für den weihnachtlichen Baum auf. Eine willkommenen Einladung, den Kindern das Feld für die eigene Gestaltung der Tanne zu überlassen, die auch wie von einem grossen Zauber, durch des Schwagers Hand gefällt, zur richtigen Zeit bereitsteht. Ganz fasziniert vom Fluss der Dinge und der spürbaren Stimmigkeit verwandelt sich der Raum in ein magisch geladenes Feld, eine Homage an das Licht und eine Würdigung des Dunkeln in gleichem Massen. Selten zuvor habe ich deren wechselseitige Bedingtheit so deutlich gespürt und genossen. Auch die Kinder und Grosseltern hatten ihre Freude. Es fanden sich gar ein paar selbst gebastelte oder in letzter Minute gefundene Geschenke als kleine Überraschungen, die das Leben tatsächlich für einen Augenblick intensivieren, inspirieren, bereichern. Schenken als symbolischer Ausdruck gelebter Aufmerksamkeit, Anerkennung, Verbindung. Geben und Annehmen als eine Form praktizierter Liebe.

PS: Ob der Käpten, der das Weihnachtsfest in anderen Gefilden auf seine Weise gestaltet hat, wohl endlich das Paket mit den Osterhasen erhalten hat? Wir wissen es noch nicht.

Kategorien: Familie, Kinder, Umzug | Ein Kommentar

Pura vida und einen tollen Vollmond

Wir suchen den Alltag an Bord noch, ich mindestens, denn mit dem Umzug vom Tockendock auf den Liegeplatz ins Wasser ist doch einiges in Bewegung gekommen. Als allererstes natürlich das Schiff, sie resp. er schaukelt jetzt springbeleint und durch die Ostdühnung, die kreuz und quer durchs Hafenbecken echot, ziemlich nervzehrend umher. Der Käpten gibt sein Bestes, die Situation so annehmbar wie möglich zu gestalten, er ist der erste, der unter dem Geknarre und Gereisse an den Strippen leidet, aber auch der Befähigste daran etwas zu tunen. Wir bestellen div. Ruckdämpfer und hoffen auf eine rasche Lieferung! Schlaf wird Mangelware bei angesagten Springfluten in einer Vollmondnacht und einem Schiff (noch) ohne Vollkasko-Versicherung.

imgp5172s    imgp5287s

Der Perspektivenwechsel tut uns allen gut. Marinisierung ist angesagt, alle sind gefordert. Wie komm ich vom schwankenden Kat wieder an Land und umgekehrt, wie federt mensch einen Sprung aufs Heckdeck ab, ohne dass die auf der schwimmenden Insel gleich an einen Kontainerzusammenstoss denken. An welchen Stellen halt ich mich beim Gang durchs Innere. Wie schaffe ich es, gelassen zu bleiben, nicht in den Widerstand zu gehen, nicht in die Eskalation, sondern in die Annahme. Derweil die Küche schon ordentlich funktioniert und das Bordklo mit elektrischer Pumpe und Fäkalientank erfolgreich seinen Betrieb aufgenommen hat, zur Freude aller, müssen noch für allerhand für Alltagsgegenstände Verortungen gefunden werden… Jacken, Taschen, Schuhe, Wäschesack und dergleichen. Das Bordwerkzeug hat immerhin einen tollen Platz in Aussicht. Improvisation ist fast das ganze Leben, unseres wenigstens.

imgp5192-small    imgp5223-small

 

Claudia fährt mit den Kindern zu einem Treffen mit andern FreilernerInnen, derweil der Käpten die Motoren richtig einstellt und undichte Schläuche ersetzt. In letzter Minute konnte an dem regnerischen Tag einen Unterschlupf im Trockenen gefunden werden in einem veganen Strandrestaurant mit Saisonferien. Ideal für unsere Perkussions-Session. Alle bringen ihre Instrumente mit und zusammen wird gejamed. Nicht alle spüren den gleichen Rhythmus, aber das Experimentieren bereitet Gross und Klein Freude.

imgp5186-small    imgp5207-small

Die Schreiberin geniesst neben dem Getrommel und Gerassel den Ort auf ihre Art. Eine aus Recycling-Holz zusammengezimmerte Bude mit einigen Nebengebäuden, eine kleine Bibliothek voll indischer Weisheitsbücher, eine Outdoor-Yoga-Plattform, eine einfache Küche mit handgetöpfertem Geschirr. Viel Umschwung mit Aussensitzplätzen und einem Pizzaofen nebst Mojito-Bar. Was besonders positiv ins Auge sticht, sind etwa 15 grosse Holzkisten gefüllt mit Bausäcken voller Erde. Darin gedeiht allerhand Gewächs: Tomaten, Peperoni, Gurken, Kürbisse, Rüben, Rosmarin, Minze und vieles mehr. Die Saison ist vorbei, ja, das ist spürbar. Der Wildwuchs nimmt Überhand, was auch seinen Reiz hat.

imgp4736s    imgp5274s

Obschon nicht all zu weit von unserem Dorf entfernt, so ist doch in Alcossebre eine andere Atmosphäre wahrzunehmen. Weniger Spekulantenwahn, mehr einheitliche Bauten, weniger Deformation durch Massentourismus. In der menschenleeren Bar vom grossen Campingplatz direkt am Meer lässt sich gelassen ein Kaffee trinken. Die Kinder finden Vergnügung auf dem attraktiven Spielplatz, der sogar über eine Boccia-Bahn verfügt. Zum Glück haben unsere gut ausgerüsteten BegleiterInnen ein Kugelset im Kofferraum. Die Nacht bricht früh herein, schon kurz nach 18 Uhr ist zappen duster. Wir werden ZeugInnen eines prächtigen Vollmond-Aufgangs und sehen staunend am Strand bis sich das Wasser glänzend färbt vom hellen Schein.

Kategorien: Bordleben, Freilernend, Garten, Katamaran, Kinder, Landgang, Natur, Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Meersicht

Für einige Tage ziehen wir direkt ans Meer mit freier Sicht vom fünften Stock auf den blauen Horizont. Welche Pracht! Das Terrassengeländer gleicht der Reeling eines Kreuzschiffs und in der Fensterumrahmung entsteht ein lebendiges Bild, mit Wellen und Wolken, das in vielen Nuancen variert. Eine höchst willkommene Abwechslung zur grauen Hafenmauer mit ihrem Munzel-Durchblick in die Ferne.

IMGP0147 (Small)      IMGP0295 (Small)     IMGP0286 (Small)     IMGP0401 (Small)

Kinderhüte ist angesagt. Zwei vorpupertierende Mädels gilt es zu bekochen und betreuen, zu beschränken in ihrem Medienkonsum und zu drillen auf die Einhaltung ihrer Stundenpläne. Dazu gibt’s auch ein Zusammenleben mit einigen Algen-Fischen, einem gelben Wellensittichen und nem anderen kleinen Pipmatz, einem jungen Kater und einem grauen Kaninchen. Samona übernimmt zuverlässig und innig die Versorgung  der Pelztiere. Lorhan interessiert sich mehr fürs Federvieh. Die Mama sinniert derweilen über den Un-Sinn der Haustierhaltung nach und sammelt neue stichhaltige Argumente. Klar ist der Wunsch nach eigenen Tieren an Bord mehr als bloss in der Luft. Wie wär es mit ein paar kleinen Schildkröten? Für nen Kakadu wär die Schreiberin spontan zu begeistern, allerdings ohne Detailkenntnisse, was dieser Mitbewohner denn auch alles für lebensverändernde  Umstände mit sich bringen würde.

IMGP0336 (Small)     IMGP0394 (Small)     IMGP0395 (Small)      IMGP0321 (Small)

Neben den Tieren finden wir endlich Zeit Samonas Weihnachtsgeschenk auszuprobieren, eine Toolbox zum Backen. Wir backen Mini-Muffins in roten Alubecherchen und frieren Bären- und Schweineformen als Rahmglace ein. Der absolute Reisser sind jedoch die Meringues, die infolge mangelnder Festigkeit des Eiweisses dann etwas flacher strukturiert dem Ofen entkommen. Es wird dennoch alles weggeputzt auch der selbstgemixte Geburtstagskuchen für die Älteste der Kinderschar. Lorhan spezialisiert sich derweilen aufs Bestecksammeln im Vorgarten, da liegen verstreut wie Pilze die Silberlöffel und Chino-Gabeln und sogar die einfachen Tischmesser, die wir in der vorgefunden Standardausrüstung unserer Ferienmietwohnung vergebens suchten.

IMGP0139 (Small)     IMGP0305 (Small)      IMGP0308 (Small)      IMGP0141 (Small)

Eine richtige „ama de casa“ (span. Hausfrau: wörtlich „liebt das Haus“) werd ich wohl so schnell nicht werden. Zwar kann ich recht speditiv die alltäglichen Verrichtungen einer solchen erledigen, aber weit entfernt der eigentlich nötigen liebevollen Erfüllung dieser Aufgaben, da ist noch zuviel Widerstand im Weg. Ein Zweizimmer-Appartment zu beseelen, das schon rein architektonisch den Hauptlebensraum, die sogenannten Nasszellen (welch Unwort!) in den Schatten resp. in die fensterlose Dunkelheit stellt, ist eine grosse Forderung. Ich leide mal ne Runde am Horror dieser Welt, die unseren Nachkommen Monster auf den Frühstückstisch liefert und Disney-Canal als Nachspeise serviert sowie Kommastellenübungen bis zum Exzess als Hausaufgaben. Einmal mehr vernehme ich den schreienden Ruf des Entsetzens, die Rebellin begehrt auf. Doch das reicht nicht. Nicht-Einverstandensein ist keine Kunst, bloss ein nötiger Schritt zur Bewusstwerdung. Danach kommt die eigentliche Arbeit, um Mittel und Wege zu finden es anders zu tun. Und wie bitteschön gestaltet sich dieses ANDERS?…könnte ich vielleicht doch noch eine „ama de barca“ werden oder überhaupt eine ama (eine, die liebt)?

Kategorien: Bordfrau, Innenschau, Kinder, Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Unplagged, offline

Mitten im Wald, umgeben von hohen Buchen, Vogelbeerbäumchen , Haselnusssträuchern, Brombeergestüpp, Ahorn, Eschen und dergleichen schlagen wir unser Camp auf. Erstmals ohne den tatkräftigen Käpten. Einige andere WWOOFerInnen sowie der Sohn des Hauses helfen mit, unser Klapplisi auf den von ihnen vorbereiteten Platz zu karren. Nach den ersten schnell getanen Aufschlägen heisst es dann mal ne Runde leiser treten und der Stangen-Meditation Raum zu geben. Einige der rund 30 Zeltstangenteile sind mit kaum mehr lesbaren Zahlen markiert, deutlich erkennbar sind 5 und 6. Aha, und davor? Ok. Ganz unbedarf ist die Landratte ja zum Glück nicht und erinnert sich im Laufe ihrer mentalen Versenkung an einige Handgriffe und Kniffe aus Alfonsos Zauberküche, zB. den Einsatz der allzeit griffbereiten Grip-Zange, die in der jeweils aktuell getragen Hose des Zauberers wohnt. Im Laufe des Nachmittage wächst das ganze Gebilde dann zu einem brauchbaren Unterschlupf zusammen und die Kids halten Einzug mit ihren Plüschtieren, Zeichnungsheften und Legos.

IMGP0025 (Copy)    IMGP0080 (Copy)     IMGP0081 (Copy)     IMGP0089 (Copy)

Zur Platzeinweihung bauen wir uns dann zu Dritt ein neue Feuerstelle und schmatzen zufrieden das traditionell und experimentell Gebratene. Samona tätigt schon erste Aufnahmen für ihren geplanten Grillführer online, das erstes Rezept: getostetes Brot mit gebratenen Datteln und Lorhan steuert noch nachgeröstete Erdnüsse bei. Lecki-Lecki.

Kategorien: Kulinarisches, Umzug, Wohnen | 2 Kommentare

Aktion Holder

Verstaubt und eingewachsen steht er da, der kleine Zweiachser für den der Bauer noch Grosses vor hat. Ein Revival als Zugpferd für unsere Zita, den Wohnwagen. Vielleicht findet er auch Unterschlupf in der Shedhalle eines eifrigen Sammlers oder besser noch eines passionierten Restaurateurs. 

Frauen sind in dieser Oldi-Szene ja ziemlich selten zu finden. Motoren sind immer noch hauptsächlich eine männliche Domäne. Das ist auch einfach nachzuvollziehen, vor allem wenn klar wird, welche Kräfte und Zusprüche das Ding braucht, um in Schwung zu kommen. Mon dieux.

Da kramt Alfonso aus einer rostigen Büchse, ein Zündfix und stellt sich vor den Holder, bereit, alles zu geben, um den Motor anzukurbeln. So viel Hoffnung und Power hab ich weder mental noch physisch. Ganz abgesehen auch von der Schmiererei, Oel, Diesel, Fett vermischt mit Erde oder Roststaub, das hinterlässt nachhaltige Spuren an Händen, Kleidern und Haaren. Und bei den Haurucks entstehenden Schrammen, Quetscher, Schnitte und abgebrochenen Nägel, das seien hier nur am Rand erwähnt.

So ein Holder ist was für harte gesottene Kerle zu denen unser Käpten wohl eher zu zählen ist. Gut verpackt soll ihn die Bordfrau, die nochmals ans Land kriecht, mitnehmen in die Schweiz. Das traut sie sich zu, schliesslich hat sie schon verschiedene Motorräder auf dem betreffenden Hänger in der Gegend rum chauffiert.  

 PHTO0007.JPG     PHTO0009.JPG     PHTO0010.JPG     PHTO0011.JPG

Leben ist Veränderung und wer den Wandel nicht liebt, liebt auch nicht das LEBEN.

Kategorien: Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Rheintal ahoi

Gepackt, geputzt, umgerüstet und bereit für die nächste Aktion. Einsatzgebiet: Rheintal – das Chancental wie die Willkommenstag auf der Autobahn ankündet. Hoffen wir’s, glauben wir’s. Schon oft haben wir die Strecke vom Zürich- zum Bodensee via Sargans abgerollt. Immer wieder sind es dieselben Plätze die rufen, den Blick fangen, Wegmarken bilden. Heut nehmen wir uns Zeit und leisten uns einen Zwischenhalt beim Walensee. Die Kinder Plauschen am Ufer entlang, Mama bewundert die Churfisten und geht inner die Erinnerungen durch an verschieden Begebenheiten rund um diesen See.

IMG_0955      IMG_0880      IMG_0962      IMG_0923

Es gibt noch einiges zu tun. Also los. Im Riet draussen, bei einer Freundin, wartet schon das Restaurationsobjekt und der kleine Zeltklappanhänger auf ihren Einsatz. Einen warmes Lagerfeuer  hilft die Kräfte neu zu sammeln und gemeinsam Mut zu schöpfen für die nächsten Schritte.

Kategorien: Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Saisonschluss und Erntedank

Etwas Wehmut befällt mich schon beim letzten Gang durch den Garten. Vieles ist getan und vieles bleibt ungetan. Vorbeistreifen an den Buschbohnen, die noch immer neue Blüten treiben, dem strammen Rosenkohl, der hoffentlich die Lauskur gut übersteht, am prosperierenden Zuckerhutsalat vorbei, den Rüben, die bald erntereif sind. Ein Streifen mit Brokkoli-Stetzlingen ist noch mutig im Wachstum. Zurückdenken an die reiche Kefenernte, dankbar und freudig. An ihrer Stelle spriesst die Düngersaat und überzieht die Erde mit ihrem zarten Grün. Der Sellerie, die Hackfrucht Nummer eins ein Lehrstück, ebenso die Stangenbohnen. Der ausgesiedelte Ruccola vermag noch einmal Kraut zu bilden und gelbe Blütchen zu offenbaren. Rabarbenstöcke haben endlich Fuss gefasst und lassen für die nächste Saison hoffen. Dann der kleine Versuchsbletz, Lorhans Kartoffel-Stock und seine NachbarInnen im Permakulturraum, Endivie und Kohlrabe sowie wild spriessende Malven und diverse umliegenden erwünschte Kräuter fanden hier zusammen und bilden ein munteres vegetatives Beet.

Im hinteren Teil sind die Salate am manifestieren in diversen Formen. Die einen kleinen sind bedroht von dem Schneckenfrass, die andern grossen werden von hungrigen Mäusen heimgesucht, dritte schiessen dem Himmel entgegen, andere gedeihen ungehindert wunderbar. Die geräumten Beete stehen leer und müde da. Eine fette Mistdecke ist ihr nächstes Kleid, doch das wird eine andre legen, dies bleibt ungetan. Die Ecke mit dem Kabis (rot, spitz und kraus) steht frisch geputzt da und auch der letzte Lauch trotz wohl der zunehmenden Kälte.

Im oberen Garten sind die Zwiebeln am Reifen, der Meerrettich unberührt, der Mais abgeräumt und die Stengel kleingehackt auf die Weide geführt. Gern kauen die von der Alp zurückgekehrten Kühe und Kälber daran. Die abgesetzten Erdbeeren fanden Boden für das nächste Jahr. die Zughettiernte neigt sich dem Ende entgegen. Mehltau befällt die riesigen Blätter und ihre Nachbarn, die Kürbisse gleichen orangen Lampen, die durchs schwindende Laub leuchten.

Die Gurken wuchern im Treibhaus die Wänden hoch. Viel haben sie geschenkt und noch immer geben sie nicht auf. Die Tomatenstöcke stehen voller grüner Früchte, die noch der Wärme bedürfen. Peperonistöcke sind behangen, auch sie noch grün und bei den Auberginen ist der Zenit wohl bereits überschritten.

IMG_0901     IMG_0954      IMG_0953      IMG_0907

Adieu ihr alle, es ist Zeit weiterzuziehen. Habt Dankt für eure Fülle, euer Beispiel, euer Sein. Lebt wohl ihr Sonnen- und Ringelblumen, Kapuziner und Boretsche. Mögen wir die kalte Zeit gut überstehen, ruhn und neue Kräfte sammeln, auf dass der Rhorodendron und all ihr Feinen auch im Frühling wieder spriesst. Wohlauf.

Kategorien: Garten, Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Zwischenstand im grünen Feld

Momentan nicht so regelmässig zum Bloggen zu kommen, hat mehrere Gründe. Zum ersten bin ich durch die körperliche Arbeit relativ stark ausgelastet und rechtschaffen müde abends, dann ist mir wichtig die frei Zeit doch möglichst gemeinsam mit den Kindern zu verbringen, zudem hirne und herze ich an unserem Sundance-Projekt rum, zur Abwechslung kommt auch mal der Käpten aus Spanien für ein paar Tage besuch. Es gilt neue Eindrücke aus einem Familientreffen von Alfons väterlicher Seite zu verarbeiten. Des weitern bewege ich mich lesend auf den Atlantik zu. Und zum letzten,  nicht eben verlockend, sondern eher mit zusätzlichem Aufwand verbunden, ist auch der Internet-Zugang manchmal nervenzerrend … doch wo ein Wille ist auch ein Weg. Also nutze ich den Moment für eine kleine Zusammenfassung.

Täglich wird von mir Kaut gerodet, Biomasse deplaziert, massenhaft und haufenweise, raus aus dem Garten, rauf auf den Mist. Es gibt auch andere Tätigkeiten (ebenfalls im Biomassenbereich), z.B. Mäusejagd im Rosenfeld. Nach dem Trimmen zeigen sich viele, recht aktuell erscheinende Löcher rund um die dezimierten Stöcke. Ich greife aufs Topcat-Arsenal zurück, Edelstahl-Guilloutinen mit garantiertem Erfolg. Wie wahr, Lorhan und ich stellen 10 Fallen und kaum ein Tag später sind 8 fette Feldmäuse ins Messer gelaufen. Wir jubeln, wenngleich die ausgelöschten Leben uns auch etwas betrüben, doch die Bussarde kreisen schon, auch sie werden wohl Junge zu füttern haben. Im Dienst der Duftrosen lässt sich das Morden (vielleicht) schönreden. Ok. Keine Ausreden, Bekenntnisse! Ja, ich töte Tiere, sogar Säuger. Und schon will es zum Ausgleich nette Beispiele bringen von der Sorte: Ja, ich rette auch jede Menge Tiere, schwimmende Fliegen, exponierte Schnecken, ausgegrabene Käfer, heimatlose Raupen, desorientierte Hühner, verwahrloste Hunde, serbelnde Jungvögel und dergleichen mehr.

IMG_0067     IMG_0069     IMG_0076     IMG_9966

Die Kinder sind hochinteressiert an den Tieren. Sie finden alte Knochen, die der Hofhund im Garten verbuddelt hat. Mit einer Nachbarin und ihren vier Hunden gehen sie mit auf Gassi-Tour. Sie begraben eigenständig Vögelchen, die aus dem Nest gestürzt sind. Dann sind Raupen und Käfer immer wieder zeitweilige Begleiter. Überraschungspiel: was ist unter diesem Stein? Lorhan schnappt sich gar ein paar Eier aus dem Hühnerstall und will sie in seinem Bett ausbrüten. Samona hat’s mehr mit den grösseren Tieren, etwa mit den Pferden und Ponys vom Nachbarhof. Es gelingt auch spontan eine kleine Testritt mit allen vier Kindern durchzuführen. Viel Vorfreude, dann etwas angespannter Auslauf und erleichterndes Absteigen, so bequem war es ihnen dann wohl doch nicht. Lieber noch ne Runde hüpft auf dem grossen Trampolin oder Rollschuhfahren. Der Sandhaufen kriegt heute ein tolles Sonnensegel und verwandelt die Baustelle in einen lauschigen Sommerplatz. Die Heuhütte hat ganztägig die Pforten offen, die Badeinstallation ist im Werden und die grosse Legokiste ein Dauerbrenner. Im Aussenbereich arbeitet zur Zeit der Stör-Schweisser an einer erhöhten Plattform im Ahnenwäldchen vor dem Haus, Ausgangspunkt für eine flotte Rutsche.

Infrastruktur allozieren und aufbauen ist auch ein gültiges Stichwort für Alfonso, der im schweizerischen Rheintal (eine Art Wahlheimat) Anknüpfungspunkte findet. Mit der baldigen und lange ersehnten Einwasserung unserer Sundance ist noch mal ein finanzieller Kraftakt nötig, sowie ein Reduzieren und Aktualisieren der verschiedenen Lagerbestände. So installiert sich der Bauer als geübte Organisator einmal mehr vor Ort. Töffanhänger und Farb-Sammlungen, Subarubusse und Velos, Bertschiherde und allerhand gilt es zu bewegen.  Zum Glück dürfen wir viel Entgegenkommen von unseren Rheintalerischen Freunden und Freundinnen erleben, wofür wir sehr dankbar sind.

Wenn ich kann, baue ich literarisch an Betonschiffen in Südfrankreich mit oder verfolge die Geschichte einer deutschen Seglerfamilie, die mit ihren zwei Töchtern für drei Jahre auf Weltreise gingen. Mutmachende, anregende und informative Berichte, die der weiteren Marinisierung von Claudia dienen. Nicht nur Maschinen bedürfen der Anpassungen ans ozeanische Umfeld!

Kategorien: Kinder, Tiere, Umzug | 2 Kommentare

Mit dem XM-Blitz durch den Regen

Gegen 10 Uhr fahren Claudia, Samona und Lorhan los mit dem gut präparierten XM bei mildem und sonnigen Wetter, ideal zum Reisen. Alfons wird noch in Frankreich bleiben und sich um die langersehnte, französische Nummer für unseren C15 kümmern und dann mit dem Zug wieder nach Spanien fahren für den Sundance-Finish.

IMG_9280     IMG_9279     IMG_9281     IMG_9284     IMG_9285

Wir kommen gut voran, machen einen kurzen Zwischenhalt in Valance, um unserem Seglerfreund Christoph ein Kanu-Padel zu überreichen. Günstigerweise treffen wir den Selbstbauer grad in der Kaffepause, wo er mit ein paar Freunden Atem holt. Die Arbeiten an seinem Schiffchen kommen langsam voran, der grosse Effort ist immer wieder die Motivation aufrecht zu halten. Kommt mir sehr bekannt vor!!

Die Weiterfahrt Richtung Haute Savoy ist von zunehmender Bewölkung begleitet. Wir durchfahren die grossflächigen Nussplantagen und näheren uns dem alpinen Saum. Da sieht’s ja aus wie in der Schweiz bemerken die Kinder. Wie wahr. Die Vegetation, die Farben, das veränderte Gestein, die Felsformationen, das Wetter. Kurz vor Grenoble holt uns der Regen eine und vor Chambery quittiert der bereits etwas ramponierte Scheibenwischer seinen Dienst. Doch alles geht gut. Die Fahrerin ist bei bester Kondition und steuert das Gefährt durch die Nacht zum „Grosi-Haus“.

PS: Dank an den Kaptän für die gutausgewählte Reisemusik!

Kategorien: Reise, Umzug, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Auf nach Agde

Wir fahren die mittlerweile schon ziemlich vertraut gewordene N340-er Carretera nach Tarragona und gönnen uns nach dem ersten Reisedrittel der Tagesetappe eine Rast auf dem international gut besuchten Parkplatz eines Vorort-Lidls. Da treffen wir unter anderem einen süddeutschen Hundetrainer an und kommen mit dem Jahrgänger von Alfons ins Gespräch. Er kann die chinesische These von wegen Hunde sind reinkarnierte Selbstmörder gut nachvollziehen.

Für alle an Bord des Reisegefährten XM finden wir was zum Erfreuen. Samona kriegt ein Pack ihrer heissgeliebten Lollis, Lorhan findet gefallen an einer dicken Wust. Für Alfons taucht endlich eine Schweinekeule auf, die genau in den Jamon-Halter passt, einem Basura-Fund. Claudia wird beschenkt mit neuen Schuhen, made in Albanien. Endlich gehen die mittlerweilen löchrigen und stinkigen Turnschuhe den Weg allen Irdischem weiter.

IMG_9097     IMG_9090     IMG_9091     IMG_9092     IMG_9096

Nach Barcelona wählen wir die Route der N II Richtung Girona und geniessen den Blick auf die Küste und die Häfen noch etwas länger. Die Bewölkung nimmt zwar bedrohlich zu, aber die Reisegötter sind uns gnädig gesinnt und lasse uns heil und zufrieden gegen zehn Uhr bei unserer Freundin Chris in Agde einfahren. Dass wir grad auf Feiertage anreisen, war uns allerdings im Vorfeld nicht bewusst (ah ja, Auf-fahrt nicht An-fahrt!) und so verbringen wir jetzt einen geschenkten Tag zusammen im sonnigen und nach Jasmin und Zimtrosen duftenden Garten, geniessen Oliven aus dem hauseigenen Garten und selbstgemachte Fleischpastete, lassen es uns gut gehen und warten bis die Seele nachkommt. Merci bien pour la hospitalité.      

Kategorien: Reise, Umzug | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.