Monatsarchiv: November 2015

Die frisch Lackierten

Nach tagelangem Schleifen und Staubschlucken hat der Bauer jetzt den Rumpf von Hilma soweit geformt, dass er zur Veredelung freigegeben wird. Ideale Bedingungen, mindestens wettermässig, warm und windstill. Zuerst muss aber noch ein Finger eingeklemmt, ein Vortrag abgehalten, diverse Aufsätze beim Kompressor ausgetauscht, ein wenig Lack auf der Brücke ausgeleert werden, bevor es so richtig glänzend wird. Ohne Feinstaubmaske – ein Ausdruck von schonungslosem Einsatz (?) – lackiert der Käpten begleitet von lautstarker Flowerpower-Musik die äusseren Planken des Holzboots. Zwar gibt es für Perfektionisten dies und das zu bemäkeln, aber darauf haben wir’s ja nicht abgesehen.

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Das selbstkreierte Beiboot erhält bei dieser Gelegenheit auch noch eine Farbdusche mit grauem 2K-Lack. Klar, jede Ungereimtheit tritt jetzt zu Tage. Morgen wird nochmals Nachbehandelt mit dem Pinsel. Das wird schon. Paso a paso. Die eigenen Ansprüche sind oftmals am schwersten zu erfüllen und die grosse Kunst dabei ist, sein Möglichstes zu geben und sich doch nicht selbst dabei zu verbrennen.

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Kultur – Natur – Übergänge

Wir unternehmen einen Ausflug ins Landesinnere, westwärts. Es wird steinig und trocken und wir kommen fast an die zivilisatorische Grenze, allerdings immer noch mit dem PW. Die junge Familie, die wir besuchen lebt in einem Haus auf dem Land, das sie wiederaufbauen. Ein langjähriges Unterfangen, das mich an was erinnert, das ich mittlerweile bestens kenne: ein Leben auf der Baustelle. Sie sitzen auch auf dem Trockenen, denn es gibt zwar ein Flüsschen im Tal, aber ansonsten kommt der  Tankwagen vorbei und das eher spärlich fallende Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt.

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Es geht um eine Wiederbesiedelung von verlassenem Kulturland mit neuen Werten und Ideen, Sonnenkollektoren, Permakultur etc. Was über die Jahrzehnte allmählich zu Plantagen mit Bewässerungssystem und Terrassen ausgebaut wurde, liegt längst darnieder, resp. wird vom Zahn der Zeit kräftig angenagt. Wir besuchen zusammen die Nachbarsiedlungen, die allesamt verlassen und zerfallend in der an sich kargen Landschaft stehen. Zeitzeugen. Ein Hauch Sozialgeschichte weht einem entgegen, Abwanderung in urbane Gebiete. Wir können der Versuchung nicht widerstehen und schnüffeln zwischen den Steinhaufen umher, Versatzstücken von menschlicher und tierischer Präsenz aufspürend.

Die Olivenbäume und Rebstöcke verwildern. Zur Freude von Samona finden wir einen Granatapfelbaum mit reifen Früchten, momentan ihr absoluter Food-Favorit. Der Zerfall hat seinen eigenen Reiz, genauso wie die Rückeroberung durch die Natur.

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Das Leben auf dem Land hat durchaus seine Attraktion, aber ich spüre auch, dass ich gerne wieder von Dannen ziehe. Gefühlsmässig fehlt mir die Kraft für ein jahrzehntelanges investieren am selben Ort, gebunden an die Scholle, denn der Aufbau nur schon eines Garten erfordert volle und kontinuierliche Zuwendung. Vielleicht bin ich einfach zu halbherzig, zu ambivalent, um wirklich in diesem Leben irgendwo Wurzeln zu schlagen. In jedem Ja schwingt auch ein Nein mit, das ich vernehme und umgekehrt, das führt unweigerlich zu Entscheidungsschwäche, innerem Notstand, Loyalitätsproblemen. Ganz Gegenpolar scheint diesbezüglich der Käpten zu funktionieren, der sich mit Haut und Haar an etwas verschreibt, z.B. der Restauration eines über sechzig jährigen Holzboots. Dabei zu sein, mitzuwirken, etwas Altem wieder neues Leben einhauchen, das ist an sich interessant und ebenso kräfteintensiv. Möge uns und alle, die in der Erneuerung tätig wirken, die nötige Karft dafür zufliessen.

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Hilma mutiert zur Puppe

Das Wetter ist günstig und wir nutzen diese Chance, um die Aussenseite der Hilma zu epoxieren. Dazu brauchen wir erst mal ein paar Marinieros und einen Gabelstapler, um den Rumpf in eine günstige Lage zu bringen. Danach wir lange geschliffen – der Bauer heute besonders sexy mit seinen roten Straps – und erst in den den Nachmittagsstunden kommen wir dazu, den Harz und das Gewebe aufzuziehen. Knapp vor Sonnenuntergang, mit einigen kleinen Abschreibern, beenden wie das Werk. Um die Temperatur bei ca. 20 Grad stabil zu halten kriegt die Gute einen Kokon übergestülpt und zwei Heizlüfter untergejubelt. So brütet sie die nun die Nacht durch,. Bin ja gespannt, wie’s rauskommt.

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Stratifizieren im Spätherbst

Der Innenraum der Hilma gestaltet sich, die Bänke kommen zurück, die Sitze sind in Vorbereitung. Das Vordeck glättet sich und wird immer kompakter, spiegelglatt. Seitenplanken werden noch gestärkt und dafür nutzen wir die günstigen Wetterfenster, die uns doch noch genug Wärme und Trockenheit bieten.

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ca roule et flotte

Plötzlich ist es soweit, die noch namenlose aktive Überlebensinsel soll mal auf ihre Schwimmeigenschaften geprüft werden, bevor der schwenkbare Kiel eingebaut wird. So gilt es eines  Tages die Schale auf den Schlepper zu beigen und zusammen mit den fix montierten Rädern zur Einwasserungsrampe zu gerollt. Akkurat zu diesem historischen Akt kriegen wir noch ZuschauerInnen, eine Familie aus dem Bekanntenkreis radelt heran und begleitet das Geschehen mit Interesse. Den Traveller benötigen wir diese Mal noch nicht, nur einen Ersatzmotor, da der vorgesehene nicht in nützlicher Frist anspringt. Auch die Ruder müssen für alle Fälle noch aufgetrieben werden, so wie es aussieht, ist das Paar der SaloLosa leider abhanden gekommen.

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Ruck zuck und das Teil schwimmt prächtig. Die Sundance-Crew dreht eine erste Runde ohne die Dokumentaristin und sie kehren fast trockenen Fusses wieder zurück nach einer kleinen Begrüssung der Wellen vor dem Hafeneingang. Der Bauer ist mit der Lage im Wasser zufrieden, es gibt noch was abzudichten um den Kielaufzug. Bilanz positiv und grünes Licht für den Weiterbau!

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Musicbox in Castellon

Derweil der Käpten sich nach Hilmadeck und Kayakflicken sowie gewaltigen Hustattaken und tiefgreifendem Unwohlsein wieder mehr der Sundance und deren Unvollkommenheiten zuwendet, fahren die Kinder im Begleitung ihrer langjährigen spanischen Freundin mit dem Mamataxi nach Castellon zum Montagstreff. Diesmal ist die Besichtigung der kommunal betriebenen Musikbox angesagt. Bei strömendem Regen, der sich bekannterweise im Süden rasch in echte Strassenbäche verwandelt, finden wir auf dem umgenutzen ehemaligen Kasernenareal das Übungsstudio.

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Wir sind die ersten und Lorhan ergreifft auch gleich seine Chance, alleine mal  an einem „richtigen“ Schlagzeug zu sitzen und und sich ranzudrumen. Mit dem Eintreffen der anderen Familien schwindet die Gelassenheit und ein  wachsendes Klangchaos durchdringt die eher engen Räumlichkeiten. Samona ergreifft das Mikrofon und fühlt sich mehr zum stimmungsvollen Gesang hingezogen. Nachdem sich der erste Rummel etwas gelegt hat und die meisten ihre spontane Neugierde befriedigt haben, werden die Instrumente zugänglicher für eine innigere Begegnung. Samona tastet sich dabei langsam ans Keyboard vor, derweil Lorhan zwar gern sich mal an der E-Gitarre versuchen möchte, es dann aber umständehalber doch nicht dazu kommt.

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Nach dem Einblick in die Infrastruktur und potentiellen Möglichkeiten der Musicbox, dislozieren wir gemeinsam an die feuchte Playa von Grau mit säumenden Wellen und lautem Tosen. Die Kinder zieht’s ans Wasser und watend finden sie da auch allerhand Krimskrams, der bei diesem starken Seegang angeschwemmt wurde. Nein, wir wollen noch nicht gehen…

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