Monatsarchiv: Oktober 2015

Kastanien und Kürbis-Schnitzen

Halloween wird auch hier gerne vermarktet. Mensch kann bereits vorbereitete Kürbisse im Supermarkt kaufen. Unsere Teile haben wir beim Araber erstanden aus dem Gemüsegestell. Samona wollte ja erst eine Madonnenfigur schnitzen, hat dann aber doch das Rüsten der Kastanien bevorzugt. Auch Lorhan war mehr mit Traktor fahren und Schlagzeug spielen beschäftigt, denn mit dem Aushöhlen von fetten, harten Kalabassen.

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Die Kastanien schmecken lecker, frisch geröstet, direkt vom offenen Feuer. Granatäpfel haben Saison und gegessen wird unter dem Baum voller reifer Feigen. Wir sind zu Besuch bei Freunden, die auf dem Land wohnen und für ihre Kinder einen wahren Traum von Robinsonspielplatz eingerichtet haben. Zu Allerheiligen wird nicht nur der Gestorben gedacht, sondern auch die Ernte der Kastanien gefeiert. Ebenso werden die Mandeln geehrt, süsser Teig wird von den Kindern geknetet und zu leckeren Kugeln gerollt. Bon profit!

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Kategorien: Kinder, Kulinarisches, Kulturelles | Hinterlasse einen Kommentar

KKKK – Köstliche Katamaran Kinder Küche

Die Bootsschule, welche unsere Kinder seit neustem regelmässig besuchen hat ihren Focus ganz klar auf Lebenspraxis, auf Anwendungen, auf selbstständiger Versorgung, dazu gehört auch die Bordküche. Der Käpten selbst führt die Kinder in die Handhabung des Petrolherds ein. Hoch motiviert beginnen sie ihre Brutzelexperimente und es entstehen köstliche Neuigkeiten und überraschende Kombinationen wie etwa Sonnenblumenkernen-Pfannkuchen oder fritierte Buchweizenknödel. Damit auf engem Raum alle  gut aneinander vorbei kommen resp. gut miteinander zusammenwirken können und es nicht zu unnötigem Gerangel kommt, zieht sich die Bordfrau – anfänglich mit Nachdruck, später immer diskreter – zurück. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die neuen Rolle schon, aber es eröffnet sich neue Freiräume und Möglichkeiten. Wie schön, endlich kann der Käpten die junge Crew auch viel unbeschwerter anleiten und diese scheint ihren Spass daran zu finden.

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Peniscola

Ein Freund nimmt uns mit auf einen Ausflug nach Peniscola, ein historisches Städtchen auf einer Halbinsel 55 km nördlich von unserem Hafen. Auf einem felsigen Hügel gebaut, wird die schmucke Siedlung von einer Burg gekrönt. Der touristisch gut frequentierte Ort hat seine Hauptsaison hinter sich und steht frisch geputzt und schon ein bisschen erholt vom Rummel zur Besichtigung bereit. Die kleine Halbinsel mit Fischerhafen kann gut zu Fuss erkundet werden.

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Der arabische Einfluss ist architektonisch noch gut spürbar und die Böllerlöcher in der Stadtmauer von französischen Schiffen abgefeuert sind eindrücklich präsent. Einst sollen gar Gegenpäpste hier gelebt haben, doch wie ich an sich mit zunehmender Zufriedenheit feststelle, schwindet mein Interesse für die offizielle Geschichtsschreibung immer mehr zu Gunsten aktueller Beobachtung im Detailbereich. Mauern werden hier weiss getüncht über das ansässige Grün hinaus, Enten und Fischen teilen sich ihr Brot, Dachrinnen bieten Heimat für zarte Blümchen, wild und frei in luftigen Höhen…

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Villafames mit seiner Höhle

Es ist wiedermal Montag und in letzter Zeit gibt es wirklich guten Grund sich auf diesen Tag zu freuen, denn wir treffen uns dann mit einigen Familien zu regionalen Exkursionen. Diesmal geht’s ein wenig ins Hinterland von Castellon, nach Villafames. Ein kleines und schmuckes Städtchen in felsig, hügeliger Landschaft, gebaut auf und teilweise aus roten Sandsteinen.

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Der Käpten hat erhöhten Erholungsbedarf, vielleicht war’s etwas viel Epoxi in letzter Zeit, jedenfalls ist er belastet durch unangenehm reizenden Husten und schlaflose Nächte. So fahre ich dann mit den Kindern zum Treffpunkt. Wir besammeln uns auf einem lauschigen Picknick-Platz mitten im Wald und finden heraus, dass es hier gute Möglichkeiten für das Braten von Paella gibt. Sechs gut geschützte Feuerstellen stehen zur Verfügung und es darf tatsächlich auf offenem Feuer gebrätelt werden. Da wollen wir doch auch mal mit unserem Chefkoch hin, der wird die Einladung hoffentlich nicht ausschlagen.

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Danach geht’s weiter durch die Lande, per Auto ans andere Dorfende, zur Höhle, die gemäss Gedenktafel im Bürgerkrieg als Refugium diente, leider nicht für die Resistenz. Mensch könnte sich aber aufgrund der Beschaffenheit der Höhle auch noch althergebrachtere Nutzungen vorstellen. Die Höhle ist durch einen schmalen Einstieg zugänglich und im Innern praktisch komplett dunkel. Wunderbar daran ist auch, dass wirklich fast keine touristischen Spuren zu finden sind, eine einzige leere Bierdose haben wir angetroffen. Kleine und Grosse entdecken mit ihren Lampen die letzten Winkel. Die Höhle ist erstaunlich trocken, wenngleich auch Stalaktiten und –miten auffindbar sind. Der Boden ist nur leicht glitschig und der Weg über die bolligen Steine entsteht im Gehen. Die Kinder scharren im Schein des spärlichen Lichts in Kieselansammlunge umher und finden Glitzer und Glimmer. Auch an den Wänden sind Mineralien zu sehen, die zum Teil bereits mehr oder weniger Sachkundigen abgeschlagen wurden.

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Der Ort wäre ideal für eine Inszenierung des platonschen Höhlengleichnis und die umgebende Kulturlandschaft mit terrassierten Oliven- und Mandelhainen ist ebenfalls sehenswert.

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Mein Garten

Einst liebäugelte ich mit dem Beruf der Floristin, weil ich Blumen sehr gerne mag und irgendwie ein Flair für Arrangements habe, zumindest ein kreatives Interesse daran, am Kombinieren von Farben und Formen. Die Aussicht in einem Blumenladen eine Lehre zu absolviere und dabei hauptsächlich mit dem Bestücken von Trauerkränzen und Ostergestecken beschäftigt zu sein und dabei noch recht wenig zu verdienen, sowie der Gedanke aktiv die Züchterei von immer dekadenterem „Pflanzenmaterial“ zu unterstützen hat mich genug jedoch abgeschreckt. Später habe ich mal ein Interview von einer selbstständigen Blumenfrau gehört, die irgendwann ihren Laden schliessen musste, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat zwischen all den sterbenden Schönheiten, das wäre mir wohl ähnlich ergangen.

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Einen Hang zu Pflanzen verspüre ich gleichwohl, auch wenn mich die Vorstellung einen eigenen Garten zu unterhalten nie begeistern mochte. Ich kenne meine Mutter, wie sie als leidenschaftliche Gärtnerin die Saisons durchlebt und durchleidet, Einladung und Abschreckung zugleich. Die Überschaubarkeit eines konventionellen Gartens, der ja von der Ab- und Eingrenzung lebt, wirkt für mich trügerisch. Dieses Gartenkonzept behagt mir nicht wirklich und dennoch lässt mich die Faszination Garten nicht los. Ich mag zarte Wildblumen und die Kraft der Amarillis genauso, den Löwenzahn wie die rosa fülligen Duftrosen, ich mag Buchsrabatten und ungestüme alpine Magerwiesen. Sie haben alle ihre Reize und das eine lässt sich kaum lokal mit dem andern verbinden. Also ist mein Garten überall, auch auf Asphaltplätzen und auf Waldlichtungen. Nicht ich bin die Gärtnerin, die Gestalterin, die Hegerin und Pflegerin, ich bin wohl eher die Gartenfreundin, ein neugieriger Gast im grünen Reich.

Die Bindung an eine bestimmte Scholle, an diesen Flecken Erde beengt mich, jedenfalls die Vorstellung daran, sie treibt mich in die Flucht. Was bleibt sind Blumentöpfe, die im Kleinformat transportabel sind. Ich weiss, Pflanzen mögen es eher stabil, aber sie sind auch flexibel, nehmen an, was sich ihnen bietet, weil es ihre einzige Chance ist. Lehrmeisterinnen der höchsten Klasse.

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Ich mag es für befristete Zeit mich dem Gärtnern zu verschreiben, einen Sommer lang im Bauerngarten, einen Tag im Schrebergarten, einen Nachmittag im Stadtpark. Immer wieder treffe ich auf Pflanzen, die in meinem phantastisch virtuellen Garten spontan Platz finden, eine knorrig gewachsene Pinie, ein fein violettes Löwenmäulchen, eine fette Agave mit ihren unzähligen Jungen, ein fleissiges Lieschen u.s.w.

Zusammen mit den Kindern habe ich eine Pflanzstation eingerichtet für abgebrochene, fortgeworfene, vor dem Verdursten gerettete oder keimende  Pflanzen. In Töpfen, die sich allenthalben finden werden die Pfleglinge untergebracht und versorgt. Ein kleiner Ort beginnt sich zu beleben, das ist schön mit anzusehen. Beziehungsarbeit mit viel Wachstumspotenzial.

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Decksarbeit

Die Planken werden neu zugeschnitten, die Vorschiffsdeckplatte puzzelt der Bauer geduldig und geschickt zusammen. Hier und da muss das an sich sehr gut erhaltene Holz geflickt werden. Immer wieder fällt Staub an. Mittlerweilen haben fast sämtliche Schleifmaschinen den Geist aufgegeben, zum Glück die meisten in der Garantiezeit. Die Bänke im Heckbereich können wir besten wiederverwenden, für den Bodenrost braucht es noch etwas Stückwerkarbeit, aber das kommt alles hin.

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Hola Valencia

Juhui, die Bordfrau hat frei und wagt sich in Begleitung von zwei Freundinnen endlich wiedermal nach Valencia. Der letzte Versuch zusammen mit dem Käpten liegt schon einige Jahre zurück und fiehl nicht allzu beglückend aus, endete der Ausflug zu Ehren der Alinghi-Sieger doch auf dem Polizeiposten. Im dichten Verkehr wurde uns an einer Ampel der Pneu aufgestochen und während der Pannenbehebung liess sich die Bauerin durch ein eingespieltes Team ablenken und bestehlen. Vergangen, nicht vergessen, aber vorbei.

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Früh morgens fahren wir los, ein Tag nach DEM valencianischen Festtag, dem 8. Oktober, die Erinnerung an die königliche Eroberung durch Jaime I. Die Stadt zeigt sich noch immer in Feststimmung und am Haupttor warten schon die Marktstände auf eine Besichtigung. Unsere einheimische Führerin geleitet uns elegant zu den wichtigsten Sehenswürigkeiten, vom Stadttor zur Basilika, von der Virgin de los Desamparads zum Runden Platz, von der Kathedrale zum schmalsten Haus der Welt, von der Markthalle zur Churreria, vom Gemeindeplatz zur Grossüberbauung von Calatrava.

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Valencia kommt gut bei uns an, ein bisschen autofreie Altstadt und Futurcity, dazwischen wenig Zeit für das verkehrsreiche Mittelland von Geschäften und Wohnungen. Ein gelungene Mischung für einen Tag, abgerundet mit einem verlockenden marokkanischen Tee-Gruss vor den Toren der Stadt.

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Hilma gestaltet sich

Wir nutzen die goldenen Oktobertage, um die Hilma rundum wasserdicht zu kriegen. Der alte, eingebrannte Lack muss dazu erst einmal abgelaugt werden, der Rest kann geschliffen werden. Nach und nach puzzeln sich die Teile zusammen vom Deck und Interieur. Einige Teile können übernommen werde, andere bedürfen der Reperatur und wieder andere müssen total neu geformt werden. Der Bauer kommt voll ins Element, das Meiste, was nicht mit Holz gezimmert werden kann, lässt sich mit Epoxy modellieren, praktisch. Es fällt viel Staub an bei der ganzen Schleiferei, was Alfonso maskenlos und ohne weiteres hinnimmt, im Unterschied zur Bauerin, die sich da nicht so staubfreundlich zeigt.

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Drei-D-Puzzle

Einem Drei-D-Puzzle ähnlich krümeln die Bauers die zerlegte Hilma wieder zusammen. Klötzchen und Täfelchen, Teilchen und Stücke arrangieren sich nach und nach wieder zu einem sinnvollen Ganzen. Dank Epoxy klebt dann das das Meiste auch wieder am richtigen Ort zusammen, wenngleich mitunter auch bei der Rekonstruktion Fragen auftauchen, wo plötzlich kurios geschnittene Teile nicht mehr passen wollen. Nun gut, im Zweifelsfall kommt halt die Fein ins Rennen und lässt das Bisschen die geeignete Form annehmen. 😉 Das Wetter wirkt grad gut mit und ist temperaturmässig ideal, die Luftfeuchtigkeit ist eher am oberen Limit für eine einwandfreie Verarbeitung. Der Bauer selbst bezahlt einen hohen Preis. Fast schon regelmässig nach intensiver Dampfarbeit krampft es migränig in seinem Hirn, der Rücken schmerzt und die fast schon obligaten Keifereien mit seiner quasi freiwilligen Helferin, die sich nach seinem Geschmack immer noch viel zu viel einmischt in den Arbeitsprozess mit eigenen Ideen und nicht einfach kommentarlos tut, was man ihr aufträgt oder das Nichtbenannte richtig erspürt und adäquat umsetzt, sind nicht gerade entspannungsfördernd. Hartes Spiel – für beide. Doch insgesamt lebt das Schiff mit Baujahr 1949 erfreulich kompakt und solide auf in seiner neuen Daseinsform mit guten Aussichten für ein langes Weiterleben.

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Kategorien: Epoxy, Schiffsbau | Hinterlasse einen Kommentar

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