Monatsarchiv: Juni 2012

Ein Kanukatamaran legt an

Die Bordfrau bäckt im Moïra-Cockpit einen Kuchen für die Capitaneria-Crew, die so bereitwillig den Kindern bei jedem Erscheinen Süssigkeiten abgibt, nicht immer zur Freude der restlichen Familienmitglieder. Derweil der Bootsbauer auf dem Sundance-Deck vor sich hin bäckt oder vielmehr brät und rumstaubt, bei steigenden Temperaturen. So gegen zwei Uhr klettert das Termometer im der Kajüte locker auf über 35 Grad, dies mit Abschattung, Windfang und Ventilator, was Samona nicht abhält Baby zu spielen und sich tatsächlich einen Faserpelzrollkragen überzuziehen und die fetten Flauschidecken darüber drappiert.

                                      

 Gegen Siesta-Ende ist’s Zeit für ein Glace, das bei den Marineros im Kühler lagert. Und wer sitzt da auch noch im schattigen Verschlag? Der kausbärtige, braungebrannte und wohlbehütete Andreas aus Norddeutschland. Er ist mit seinem selbstgebauten Kanukatamaran unterwegs und hat schon ein zeimliches Stück Weg hinter sich. Doch bevor er die restlichen 4000 Meilen von seiner Europa-Umrundung in Angriff nimmt, leckt er auch noch ein Eis mit. Sofort erkennt Claudia die günstige Möglichkeit, hier durch eine spontane Einladung zum Abendessen ihren frischgebackenen Aprikosenfladen an den Mann zu bringen. Dieser nimmt dankend an und so feieren wir seinen Besuch im verschlafenen Oropesa mit einem Schluck dunklem Bier. Angenehm die Ruhe und Entspanntheit des Weitgereisten zu erleben, der es so gut und weit gebracht hat, bargeldlos, mit viel Urvertrauen, Postiver Kraft, Pioniergeist und Durchhaltewillen, Improvisationskunst, handwerklichem Können, und was sonst noch alles dazugehört. Ganz herzlichen Dank für die mutmachende Begegnung.

Mehr über Andreas und seine Projekte gibt’s unter:

http://www.der-mit-dem-wind-faehrt.de/

           

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Zahnwechsel

Eine eigenartige Einrichtung, dass in der menschliche Entwicklung sowas wie ein Ausfallen der Zähne vorgesehen ist. Da hat mensch kaum was zum richtig beissen, schneiden, zermalmen, kauen, da soll das gutfunktionierende Instrument schon wieder ausgetauscht werden. Pünktlich, kurz vor Samonas sechstem Geburtstag kündigt es sich an. Ein Schneidezähnchen in der unteren Reihe steht plötzlich schief im Gebiss und in den hinteren Rängen fang die sechsten Molaren an zu stossen. Faszinierend und ein bisschen unheimlich. Aber es gibt ja noch viel zu Staunen in dieser Welt. Sie nimmts locker, packt ihre Flossen und verschwindet in die Piscina. Da ist auch eben ein Wechsel zu beobachten, die Verwandlung in eine regelrechte Wasserratte, schau mal wie ich schwimm, wie ich tauch, wie ich reinspringe…muy bien.

Sie bringen sich das ja letztlich alles selbst bei, die Kinder. Sie lernen Laufen, Sprechen, Tanzen, Radfahren, Klettern oder eben auch Schwimmen durch eigenes unermüdliches Training, durch Nachahmung, (und vielleicht auch – so die Hoffnung vieler – ein bisschen durch Reingelabere von BesserwisserInnen). Sie brauchen in erster Linie die Gelegenheit und das Umfeld für vielfältige Selbsterfahrung und ein nicht zu unterschätzendes eigenes Interesse, was sie mitbringen (woher auch immer). Das ist bei den Alten kaum anders. Die Motivation etwas zu Erreichen, treibt uns dazu an, uns intensiv mit etwas zu befassen, zu lernen eben, z.B. welche Münze genau die ist, welche im 1€-Kugel-Dispensor den begehrten Output mit plastiksquad bringt (Lorhan) oder welche Schraubzwingen geeignet sind, damit der Schraubstock festgeklemmt werden kann, um die Palstikhalterung mit der abgebrochenen Ring ausbohren zu können, um das aus dem Abfall gefischt Netz zu reparieren (Claudia)… Unser Alltag ist voll von solchen Beispielen, von einem UM-ZU zum nächsten. Kausalketten verbinden uns, zuweilen bringen sie sinnvolle Weiterführungen, zuweilen unliebsame Verstrickungen.

Doch zurück zu unserer Sundance Baustelle. Alfonso baut an den beiden Ankerkasten rum, die kontinuierlich zu brauchbaren Batteriekästen heranreifen. Nebenschauplatz ist heute die Moïra, deren wackliges Ruder angezogen wird und die einen neue Dieselzufuhrleitung erhält.

                 

Claudia wandelt mit den Kids durch die Maktstände. Kirschen, Melonen, Aprikosen, alles sonnengereift. Dazwischen haufenweise Klamottenstände mit Wühlkisten bis zum Abwinken, ebenso wie angebliches Kinderspielzeug, Plastikkram. „Ich will das“ meldet sich Lorhan und zeigt zum hellen Entsetzten (vielleicht auch eine geheime Begeisterung einer RAF-Sympatisantin?) der Mama auf ein  10-teiliges schwarzes Combat-Set mit Schlägerutensilien inkl. Handgranate!!! Mensch, was ist das, manchmal einfach fassungslos und ohnmächtig. Die unheimliche Faszination für  Pistolen scheint angeboren, vielleicht reicht auch ein Augenschein auf einen beiläufig fimmerndes Wildwestgeballer in einem Restaurant-TV? Sicher Multikausal, vielschichtig bis unergründlich.

 Für heute genug, over und peng!

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Rhythmuswechsel

Frische Morgenluft, sanft wiegt sich die Moïra im spiegelglatten Hafenwasser, entferntes Hahnenkrähen, auch diese Nacht haben sie überlebt, die Epoxikrümel gut verdaut. Es geht weiter und doch riechts nach Aufbruch und Neuland. Die Zengartenklänge tönen gemütlich plätschernd aus der Kabine, die Lieben schlafen noch keuz und quer in einem Bett. Es ist kurz nach sechs. Gedanken wandern ins Neuthal, zu Grosi, die jetzt ihre Frühschicht feiert, noch ist Ruhe vor dem Sturm. Hier auch.

                        

Die Sundance wandelt sich langsam aber stetig. C. flext an den alten Ankerkasten rum, die neu als Batterienkasten auf dem Vordeck dienen sollen. Dann pappt unser E-Spezialist einen kleinen Aufbaurahmen ran, dass die Dinger wasserdicht werden. Die Deckel kriegen zur Verstärkung eine Sperrholzumrandung. Als Zwischenprojektchen zum Abwechseln und Rückenentspannen und Hirnnervenanspannen schraubt A. an den Felgen des Tretesels rum mit der genialen Zweigangschaltung. Die Speichen werden ausgewechelt, wer macht das heute noch, Präzisionsarbeit nach Mass mit handgedrehten Gewinden. Eine weitere Rarität und eine Premiere für A. Er hat Spass dran und wir gedenken respektvoll der Generationen von Radbauenden, die es schafften, die Dinger wirklich rund zu kriegen.

Rhytmuswechel ist angesagt, morgens früh raus und ran auf die Baustelle, denn schon um 11 Uhr läuft einem der Schweiss runter noch ohne Gymnastikprogramm von der Sorte: rauf aufs Schiff, vorbei an der Reelingbalancier, Päckcken in der Ankerkiste, wieder raus und runter, rauf auf die Brücke des Werkstattbusses, wieder zurück, zur Abwechslung noch kurz mit dem Rad ins Vorratsräumchen auf der anderen Seite des Hafens und zurück, dann mal Kinder knuddeln, stemmen und eine Runde Fussballspielen, vielleicht auch noch ein Gang in die Ferrateria, um neues Schleifpapier zu besorgen oder rauf auf den Masten, kleine Kletterei im 3. bis 5. Gang. Manchmal ist’s richtig sportlich. Also ist gut, wenn wir das mit der Siesta wirklich gebacken kriegen. Doch wie wir uns auch Mühe geben, nach dem Boccadillo-Input gegen Sonnenhöchststand wird’s dann meist doch fast drei Uhr oder mehr bis das Mittagsmahl serviert wird. Dann Programmsplit resp. individuelle Gestaltung, der Käpten meditiert und geht in die Piscina auf einen Erfrischungsschwumm, Lohran schläft den Schlaf des Gerechten und Samona klickert eifrig auf spielaffe.de ihre Garderobengames durch und geht dann auch schwimmen, derweil die Mutti bloggt oder blökt bei Abwasch. Zurück zur Baustelle für A. Gemischtwaren für C, mal Kids, mal Kuchen, mal Besuch, mal Baustelle, mal Einkauf…Abendausklang, was schnacken und dann DVD, Internet, sogenannte Beschäftigung mit neuen Medien oder ganz althergebracht die Oralkultur pflegend, Geschichtenerzählen und der Kapitano zwitschert noch im estacion vorbei.

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picasa ahoi

Die Rödis (ihres Zeichens Ormis)  haben klar recht, kein grosser Aufstand so ein Bildchen reinzupappen, wenn mensch am richtigen Ort das richtige ausführt. Herzlichen Dank für die praktische und promte (Lebens-)Hilfe – nichts geht über gute Freunde/Freundinnen. Also ein Bildchen geht ja schon mal, dann lässt sich das sicher noch steigern zum Einbinden eines ganzen Albums.  Es ist wie laufen lernen oder spanisch buchstabieren o.ä. Übung macht die MeisterIn! Den Spruch tausend mal gehört und zehntausendmal verflucht. Aber das hilft nix, die Wahrheit lässt sich nicht wegpusten, auch nicht mit dem wüterfülltesten Kraftausdruck und dem ohnmächtigsten Gebrüll. So geb ich halt klein bei und lass mir helfen, wenn ich nicht mehr weiter komm. „Annahme“ predigt ja auch der Käpten die ganze Zeit, also los geht’s mit dem neuen Mantra. Kein Zacken fällt aus der Krohne und Gutes kann (endlich?!) doch Bodenfassen und gedeihen.

PS: Nachgetragen sei an dieser Stelle das Beschäftigungsfeld von Alfonso, der am Baum mit Rollreffanlage von John Mast die Lager überarbeitet, die Kügelchen wechselt, die Rollen neu einsetzt und überhaupt dafür sorgt, dass das um einen halben Meter gekürzte Teil auf unserer Sundance sinnvoll und funktionstüchtig eingesetzt werden kann.

              

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nahtlos braun

Lückenlos lässt sich unsere Geschichte nicht erzählen, zuviel ereignet sich, wär nach eigenem ermessen erwähnenswert, zu memorieren. Im Strudel des Lebens bleibt manchmal wenig Zeit für disdanzierte Betrachtung  und detailierte Berichterstattung. Es braucht sowohl Mut zur Lücke wie auch zur Akzentuierung. Eh bloss eine Auswahl, ein Hauch aus dem Vielen.

Telefonisch haben wir kontakt aufgenommen mit einer ehemaligen Besitzerung der Sundance. Sie hat in der Capitaneria nachgefragt, ob der Kat noch im Hafen sei und ihre Nummer deponiert. Sie wohnt in Altea, ist eine Britin und kann gewiss noch einiges zur Verdichtung der biographischen Daten beitragen.

Kurzerhand haben wir gestern beschlossen,  nach Alcossebre zu segeln, der nächstgelegen nördliche Hafen von Oropesa. Wie das häufig geschieht ist der Plan rasch geschmiedet, doch die Umsetzung erfordert langen Atem. Da ist erst das Leck in der Dieselzufuhrleitung, aha, drum dieses viele „Wasser“ in der Bilge, der Tank ist leer, neuer Diesel muss her und ein Auffangbecken. Eine längst fällige Pendenz schreit nach Abarbeitung. Derweil der Käpten mit den Kids zum Zocki rockt zwecks Bogadillo-Aufnahme, klettert die Offiziöse auf den Mast und spannt eine Schnur zwischen die Steigbügel, damit die Falls nicht darin verheddern.

Um eins sind wir startklar und stechen in strahlendblaue, mildgestimmte See mit wenig Seegang aber auch wenig Wind. Ausser Sichtweite fliegen die Klamotten weg, alle wollen nahtlos braun werden. Angenehm luftet der wind und langsam aber bringt er uns auch nach Alcossebre.

Der Käpten will Bilder im Blog. Ich auch. Mal kucken wie das mit dem Linken resp. Einbinden so klappt. 

Heut solls noch nicht sein, die gestrige Nachtfahrt (angelegt um 02:45 im Heimathafen) buchte ordnetlich  auf dem Schlafkonto,  nach mehrmaligem Einnicken zu vorgerückter Stunde beschliesst die Schreiberin einen vorläufen Bilderverzicht und wünscht eine Gute Nacht.

PS: doch noch einige Bildchen im Nachtrag

        

                  

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fiesta de sardineras

Wir haben einen neuen Mitbewohner auf unserem kleinen Schiffchen, er heisst mit Kurznamen „vent“, ist ca. 50 cm hoch, dauernd in Bewegung, dreistufenverstellbar und macht viel Wirbel um heisse Luft, was insgesamt hilft, die sommerlichen Temparaturen zu moderieren. Auch Moïras Bootsmotor kriegt eine Neuerung verpasst. Der Anlasser wird ausgetauscht mit einem 100 € Stück aus Frankreich. Supi. Jetzt springt „safti“ wieder an wie ne eins, auf Knopfdruck. Danke Bordmechaniker!

 Auf der Sundance-Baustelle hat sich viel Staub angestaut, Saharsand und Schleifabfälle. Also Besen vor und mal wieder Fokus setzen auf die nächst anstehenden Arbeiten. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die aber nur koordiniert ausgeführt sinnvoll sind. Ein Teil der Arbeit ist es also auch immer wieder diese Fäden zu erkennen und richtig zu verbinden. Materialverwaltung und Eratzteillager erforden auch ihre Zuwendung. Unter anderm gibt es Zuwachs aus der Basura, heute ist’s eine tiptop funktionsfähige Aku-Bohrmaschine mit australischem o.ä. Stromstecker. Fonso kruvt bei der Ferreria vorbei und kabelt dann geschickt und schnell die spanische Variante dran. Passt. Brrrr…Auch Lorhan interessiert das Knopfdrücken, der darf aber nicht (Papa) oder nur mal kurz wenigstens (Mama). Eines der neueingebauten Fenster auf der Küchenseite leckt. Der verwendete Kleber ist tough, aber zu zweit mit Brecheisen und messerschafer Fein hat auch der keine Chance. Claudia erinnert sich an Feng Shui und klärt das Karriere Bagua. Weg mit den gammligen Reelingsnetzen, raus mit den rostigen Ankern, eine sonnengeplagten Fender geht von Bord und im Nu sieht alles viel frischer aus. Aufatmen. Derweil die Alten am Kat rumpuzzeln spielen die Jungen vergnügt mit dem an- und abfallenden Material.  Fender werden zu Hunden, Knete wird stuktuiert zu leckeren Pizzaplätzchen, ein ausgedienter Schlafsack ist gut genug für einen Kuschelplatz.

 Abend machen wir uns schick fürs Sardinenfest. Ursprünglich mal eine Wohltätigkeitsveranstaltung, wo die Reichen den weniger Bemittelten ein Freudelchen bereiten wollten. Dann wurde das institutionalisiert und der Gemeinde angehängt, die fortan gebratene Sardinen für alle offerierte. Da haben sich auch jeweilen wirklich viele Interessierte  im Hafenareal eingefunden, wie die Fliegen auf dem Mist,  sind Schlange gestanden. Doch nach dem Bau des neuen superteueren Gemeindepalast und in Zeiten allgemeiner Krisenstimmung zerfällt auch diese Tradition.  Auf privater Basis wird nun ein reservationsbedürftiger Event draus, portiert vom nautischen Club und dem lokalen Taverenenbetreiber. Schade. Wir feiern dennoch mit und hangeln uns durch die kulinarischen Angebote. Apero mit Freibier und Chips, Sardinen vom grossen Grill mit Tomaten und Aioli (Knoblauchmajo), Käse mit gerösteten Mandeln, Würste und Speck, Magnum-Glace, Champagner, komischer Kuchen (leicht undefinierbar für Nichteingeweihte) und als Abschlussbouquet noch ein Moijto. Salute!! Die Kids tanzen (Samona schwingt ihr Festkleidchen durch den Saal, derweil Lorhan eher Breakdance-Bewegungen vollführt) und sie machen Bekanntschaft mit der kleinen Marta, Tochter des Segellehrer oder albern mit den Marineros rum, die dabei hart an ihre Leistungsgrenzen kommen. Namal, namal, otra vez! Ein kleiner Besuch in der Disco ist dann der effektive Tagesabschluss. Ganz fasziniet von der Beleuchtung kriegen die Minis prompt einen Zumo spendiert von der Tanzbude.

 Buonas noches und Füsse gesteckt.

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happy birthday sundance

Morgens um fünf uhr rappelt ’s auf der moïra, der käpten ist zurück. Juchhui! Willkommen, gerade richtig zum selbstkreiirten geburtstag von unserer sundance. Es ist der tag der sommersonnenwende, der längste tag, die kürzeste nach nacht, mindestens astronomisch gesehen.

„Sundance“ rührt vom indianischen sonnentanzritual her, das eben in diesen tagen gefeiert wird resp. wurde. Den namen haben wir übernommen. Was der englische namensgeber und erstbesitzer, damit in verbindung ,wissen wir (leider) nicht. Der schiffstyp heisst „comanche“ ganz nach der idee des schiffsarchitekten macalpine-downie, der auch eine „iroquois“, „cherokee“ und eine „appache“ (alles mehrrümpfer) entworfen hat für die sailcarft-werft.

 Ja, geburtstag? Wie alt wird sie oder er dann? Schiffe sind gemeinhin weiblich aber der katamaran? Eigenlich zwei zusammengebaute schiffe, doppelt weiblich? Also ein diskussionsfeld kann hier eröffnet werden, vielleicht hat jemand einen lösungsvorschlag. Entweder „sie“ oder „er“ nicht entscheidbar, das androgyne „es“ ist zu unbestimmt, soviel schon mal abgewählt, bleibt noch das integrierende sowohl-sie-als-auch-er als taugliche  alternative. Aber wie ist’s nun mit dem alter. Wir kennen die sundance seit januar 2007, doch sie hat ja auch vorgeschichte, die wir nur flüchtig kennen. Gemäss ausweis stammt sie aus dem jahr 1988, das macht demnach 24 jahre und fünf jahre gemeinsame geschichte. Anyway, genug grund zum feiern. Prost sundance!

 Wie gehen in unsere stammbeiz la estation (s’bahnhöfli) und laden uns zum mittagessen ein. Juan carlos, ein argentinier, der ebenfalls dort verkehrt, spendiert ne runde und wir verabreden uns auf kommenden Samstag zum salsatanz am puerto, calente, vamos a bailar!!

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entzugserscheinungen

Nicht zum bloggen gekommen, den ganzen tag nicht. Hächel. Dafür – unter vielem anderem – tolle youtubes von samoa gesichtet. Die leben da traditionell auf dem lande noch in offenen hallen oder einfach überdachten unterständen ohne wände und türen. Interessant. Schwärmt nicht der käpten immermal wieder von seiner jugendzeit, der ersten eigenen wg, damals in winterthur? Sein konzept war radikal, weg mit der bürgelichen privatsphäre, türen raus, wo’s die statik erlaubte, wände raus. Heute tut’s auch ein 7,5m langes segelschiffchen ohne zwischenwände. Es ist warm das ganze jahr da in der südsee, vor dem haus mango und ananasbäume, ab und zu mal ein schwein auf den grill, ansonsten laufen sie frei rum, quitsch vergnügt. Geschlafen mit unter dem mosquitoschleier. Wie es denn mit dem umziehen sei, will der interviewer wissen. Ach kein problem, mensch zeigt sich nicht nackt, es gibt geschlossene toiletten, oder tücher zum umwickeln, easy peacy. Die wickeltechnik können wir übrigens schon an der spanischen playa üben. Das ist zuweilen sehr unterhaltsam, was sich die badenden da so alles einfallen lassen, um nach getanem wassergang sich wieder in die, wenn gleich leichte, aber pueblo-taugliche kleidung umrüsten. Richtige verrenkungskünstlerinnen können entdeckt werden. Dabei hat selbst königin sofia nicht mit der wimper gezuckt als bei der fussball-wm-gratulation in der mannschaftsgarderobe eben der frisch geduschte und knackige goalie das frotee um die hüften schlang.

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popkorn und faule kokusnüsse

Über nacht hat der wind so viel staub gebracht, dass die schiffe und autos mit einem rötlichen schimmer bepudert dastehen. Na dann mal wieder schlauch raus und wisch weg, auch beim werkstattbus, der etwas unbewegt zwischen den wachsenden plantanen steht. Es scheint ihm gut zu tun, rasch wirkt er wieder viel munterer. Feng shui, juhui.

Dann sind diverse kleinigkeiten auf der moïra fällig. Der lack ist an den planken schon an einigen stellen abgegriffen und der mast sollte auch mal erkommen werden, um irdgendwas gegen das verhädern der falls in den steigbügeln zu unternehmen (pendent). Dann ist der küchenschaft plötzlich und ganz unerwartet auseinander gebrochen. Hoppla aber halb so wild. Dank dem gutausgerüsteten equipement vor ort und dem zunehmenden schreinerischen knowhow der stellvertretenden kapitöse, tischlert sie in nu das teil wieder zusammen und ist ganz zufieden mit der gefunden lösung und deren realisierung. Wie wenig es braucht, um reproduktionsgeplagten am glück der produzierenden teilhaben zu lassen.

Die zweite tageshälfte steht wieder im zeichen der erweiterten kinderhüte, ana kommt. Playa ist auch bei bedecktem himmel ein guter ort zum austoben. Es wird gekocht, verkauft, gebaut und gegraben, mit sand, bierdosen, sandförmchen etc. Die mama macht mal einen auf strandsäuberung, um ihre leicht aufkeimende wutenergie gegen all die besinnungslos wegwerfenden und den damit verbunden konsumwahn und produktionsunsinn in konstruktivere schubkraft umzuwandeln. Gelingt. Ein mariniero sieht uns von der piscina aus und öffnet uns nicht nur freundlicherweise den direktzugang zum puerto, sondern bringt lorhan sogar eine grosse strandschaufel und einen kleinen lastwagen zum spielen. Ein kinderherz schlägt höher. Die kulinarischen höhepunkte erweisen sich zu teil als flops bzw. als geeignetes fischfutter. Die kürzlich erstandene kokusnuss wird zwar mit einem hammerschlag von lorhan geknack, ist aber faul innen und wird dem wasser übergeben. Auch die ersatzweise ausgegrabenen kokus-makronen zeigen einen grauen belag, der nicht mehr als frischheitszertifiziert durchgeht. Ein voller erfolg ist dafür das selbst gepoppte korn.

 Am abend kommt silvia noch auf einen drink ins cockpit. Und mir fällt auf, das bordbesuch bei uns noch ein rahres phänomen ist. Das darf sich ändern. Ab sofort wird die backskiste mit shandy gefüllt und wacker eingeladen. Auch die marinieros haben längst mal wieder einen selbstgebackenen kuchen verdient. Fürs erst jagen wir aber mal die kinder vom schiff (ana geht dabei promt noch kurz tauchen, ausgerutscht) und haben immerhin eine freies augenblickchen (frau wird im laufe des lebens bescheidener und dankbarer) für ein gespräch (unter müttern).  Samona erzählt uns noch ihre gemalte bildergeschichte von papa löwe und seinem kind und schon ist wieder ende aus maus.

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beduinenzelt im nordost-wind

 Nach den gestrigen temparaturen, welche nahe an die 30 grad marke kamen und das sitzen im cockpit richtig ungemütlich werden liessen, hat die bootsfrau mal den bestand durchgekuckt und zwei alte leintücher ausgegraben, die zur seitlichen abschattung dienen. Das ganze konstrukt ähnelt nun eher einem windschiefen beduinenzelt, aber es sitzt sich wieder brandblasenfrei auf den bänken und das lüftchen wird fein kanalisiert.

 Das deck der sundance ist zwischenzeitlich abgeschliffen und wartet auf neue kolorierung. Moïras äussere seitenwände werden wiedermal blankgefegt und dabei zeigt sich auch der moosige belag im unterwasserbereich. Also das mit der dreijahres oder gar fünfjahres garantie für unterwasser seh ich nicht so plastisch, aber vielleicht kann käpten langarm da noch was ausrichten.

 Dank dem super nachgeführten und ausführlichen blog der röde orm und bilderreichen post von ebenda, bin ich mal wieder etwas à jour, was da in frankreich so alles mit dem käpten abgeht. Er sucht zusammen mit den rödis holz für den mastbock, hilft den aussenborder fit zu kriegen, kuriert mit Raymonds hilfe den kuddel, kurft mit dem faltbötchen im herau umher und feiert immer mal wieder ein festchen, beneidenswert und was zum mitfreuen. Prost.

 Doch hier vor ort ist alles anders. Kurzerhand bin ich (zum glück nur vorübergehend) um ein kind reicher und ich pilgere zusammen mit samona, lorhan und ana an die playa de conchia. Zuvor haben sie tatsächlich ganz locker aus dem kockpit mittels einem kinderfischernetzchen einen unserer traulichen fischchen herrausgezogen. Was tun damit? Zu klein beschliesse ich und werf den erstaunten fisch wieder zurück in sein element. Wie tötet mensch den – möglichst schonend – so ein getier? kein wunder sympathisiere ich immer wieder mit der vegetarische ernährungsweise.

Am strand stellen wir uns alle in die wellen und geniessen das schaukeln im wasser, bis die dunklen wolken aufziehen. Noch husch ins dorf ein paar snacks einkaufen und vor dem ersten regen zurück in schiff. Mampf mampf.

Bald wird ana abgeholt, denn ihr papa will die fussball-europameisterschaft möglichst komplet absitzen. Dann schauen wir noch in mikrokosmos rein, ein dokumentarischer film über die flora und fauna auf einer französischen wiese, gesehen durch das makro-objektiv mit zeitraffer und slowmotion-effects. Ein gewitter wird so zum mega drama, das marienkäfer von gräsern schlägt, ameisenstämme dem ertrinkungstod nahebringen, ein meer aus pusteblumen in nu in ein schlachtfeld verwandelt.

Die kids sind noch aufgekratzt, was schlecht auf mamas nervenkonto bucht, aber auch das geht vorüber und plötzlich kehrt (endlich) eine entspannende ruhe ein. Buenas noches.

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